Sunday Talk #1: Neid und Missgunst in der Social Media Welt

Neid und Missgunst. Zwei echt ‚grausige‘ Worte und Gefühle, wenn ihr mich fragt. Leider gehören sie aber genau so zu unserem Leben wie Liebe und Freude. Vor allem in der heutigen Welt, wo Social Media ein Teil unseres alltäglichen Lebens ist, findet man immer mehr Parallelen zwischen den positiven und negativen Aspekten.

Wer es bereits auf Instagram gesehen hat, weiß schon Bescheid. Ich möchte wieder persönlichere Beiträge schreiben, Themen, die uns beschäftigen bearbeiten und auch mal nicht so angenehme Dinge niederschreiben. Ich freue mich jetzt schon auf den spannenden Austausch mit euch und eure Meinung.

Für mich ist es heute besonders schwierig, an einem Punkt anzufangen, da mir zu diesem Thema einfach so viel im Kopf herumschwirrt. Aber lasst mich einfach mal beginnen…

Es gibt keine perfekte, rosa Welt

Es wird zwar immer wieder gesagt, dennoch wollen es viele nicht verstehen. Instagram zeigt nicht, dass das Leben perfekt und immer alles rosa und supertoll ist. Nein, es zeigt die SCHÖNEN SEITEN des Lebens und sollte Menschen inspirieren und auf Positive Gedanken bringen. Doch leider ist es in unserer Gesellschaft so, dass wir uns immer vergleichen. Wir vergleichen uns mit den ‚anscheinend SO perfekten‘ Instagramern und Bloggern und fragen uns, wieso wir nicht so aussehen und weshalb wir nicht all das haben, was die haben. Ganz viele werden an dieser Stelle neidisch und nur ganz wenige freuen sich mit ihnen. Viele bekommen dadurch Selbstzweifel und werden unzufrieden. Und ganz ehrlich? So geht’s mir ja auch manchmal. Es ist irrsinnig schwierig, so ‚perfekte‘ Leben zu beobachten, ohne ein klitzekleines Gefühl von Neid zu bekommen.

Deshalb freut es mich aber umso mehr, dass sich der Content auf Instagram schon zu verändern scheint. Es gibt viele, die ihr ‚wahres Ich‘ zeigen, sich nicht verstellen und auch mal die ‚unperfekten‘ Seiten ihres Lebens zeigen. Nicht um Mitleid zu bekommen sonder um zu zeigen, dass niemand mit seinen Problemen alleine ist. Und jetzt möchte ich es nochmal sagen: Instagram zeigt nicht das perfekte Leben, sondern die schönen Seiten des Lebens. Und das müssen wir uns immer und immer wieder in Erinnerung rufen. Niemand ist stolz auf das Chaos in der Küche, das ungemachte Bett oder fettige Haare. Klar zeigt man das, worauf man stolz ist und was man gerne herzeigen möchte. Versteht ihr was ich meine?

Der Neid in der Social Media Welt

… ist etwas ganz Unschönes. Er lässt sich nur einen selbst schlecht fühlen, sondern beeinflusst auch oft die Personen, auf die man neidisch ist. Vor allem in diversen Social Media Kanälen wie Facebook oder Instagram gibt es immer mehr Menschen, die die Anonymität ausnutzen und andere öffentlich schlechtmachen. Ob sie sich dadurch besser fühlen? Ich kann es zwar absolut nicht nachvollziehen, aber vermutlich ja, vermutlich fühlen sie sich danach stark, mächtig und besser. Oder doch nicht? Bestimmt kann man in dem Moment Frust ablassen, aber wie stolz kann man wirklich auf sich selbst sein, wenn man andere schlechtmacht? Sowas von gar nicht, im Gegenteil, man sollte sich noch mieser fühlen. Und wird man noch unzufriedener als man sowieso schon ist!

Eines meiner Lieblingszitate passt hier ganz gut: „The best way is always to just happily move on and let karma do the rest.“ Solltest du also negativ im Netz angegriffen werden, dann denke einfach immer an diesen Satz. Und solltest du mal auf jemand anderen neidisch sein und das Gefühl haben, du musst einen negativen oder einfach sinnlosen Senf dazu geben, dann denke ebenfalls an diesen Satz. Denn es bringt absolut nichts (!), wenn wir uns gegenseitig nichts gönnen und immer neidisch sind, was andere haben. Natürlich, wie bereits oben erwähnt, ist es oft schwierig und Neid ist ganz normal, aber in einem begrenzten Maß und er sollte nichts mit öffentlichen Kommentaren oder Äußerungen zu tun haben.

Blogger Hass?

Wie war das eigentlich zu Beginn des Journalismus, gab es da auch so viele Menschen, die einen extremen Hass gegenüber Journalisten hatten? Ich kann es mir irgendwie kaum vorstellen. Aber seit es Blogger oder auch ‚Influencer‘, wie sie viele nennen, gibt, hat sich so ein enormer Hass auf dieses Metier entwickelt, das meiner Meinung nach einfach total ungerechtfertigt ist. Auch hier kommt wieder der Neid ins Spiel. Viele Menschen glauben, (und diese Meinung kann ich ihnen oft auch gar nicht verübeln) dass Blogger alles gratis bekommen und sowieso den ganzen Tag nur Kaffee trinken, ein Foto machen und es bearbeiten.

Dass hier viele noch immer nicht begriffen haben, dass es ein Beruf ist, macht mich echt sehr sauer. Ich lese Kommentare im Internet gegen Blogger – sollten sich diese Menschen doch nicht lieber mit ihrem eigenen Leben beschäftigen? Vermutlich sind sie so unglücklich, dass sie über andere urteilen müssen und da das Leben eines Bloggers ja teilweise sehr in der Öffentlichkeit steht, bietet es sich hier offenbar sehr gut an, darüber zu urteilen.

80% der Aufgaben passieren im Hintergrund

Aber Leute, es steckt einfach soviel mehr dahinter. 80% der Aufgaben finden im Hintergrund statt und oft ist es so, dass ihr einfach nur das Ergebnis seht – zum Beispiel ein Bild. Was davor, zum Beispiel bei einer Kooperation, alles passiert: E-Mail-Verkehr mit dem Unternehmen, Erstellung eines Angebots, Ideenfindung, Materialieneinkauf, die perfekte Location und das perfekte Licht suchen, 300 Bilder machen (wobei 1-3 dabei sein sollten), Text für das Bild schreiben, dem Unternehmen zur Freigabe schicken und dann, erst dann, wird das finale Bild gepostet, welches ihr dann zu sehen bekommt. Praktisch ein ewig langer, versteckter Prozess. Und so sieht es auch bei vielen anderen Aufgaben aus. Gerade wenn man selbstständig ist, muss man so vieles selbst machen (alle Selbstständigen wissen wovon ich rede), wovon ganz, ganz viel einfach nicht zu sehen ist.

Es gibt noch so viel, was ich zu diesem Thema zu sagen habe. Ich weiß, dass es für viele nicht verständlich ist, wie ein Blogger sein Geld verdient und warum man für Werbung im Internet überhaupt etwas bezahlt bekommt. Eigentlich ist es ganz einfach, was auch das Problem ist. Denn es sieht oft ZU einfach aus, da, wie bereits oben beschrieben, immer nur ein minimaler Bruchteil der Arbeit online zu sehen ist.

Wie sieht eure Meinung zu diesem Thema aus? Seht ihr das ähnlich wie ich?

Auf Instagram habe ich euch gefragt, welche Themen euch für den Sunday Talk interessieren – da kamen ganz viele Fragen zu Aufgaben eines Bloggers, Vorurteilen, aber auch ganz viele andere Themen wie Zeitmanagement, Beziehung, etc. Ich werde versuchen, alles demnächst aufzugreifen, I promise! Aber jetzt ist erstmal Schluss und ich wünsche euch einen wundervollen Start in die neue Woche! Nehmt euch meine Worte zu Herzen und überlegt einmal mehr, bevor ihr über jemanden urteilt. Bringt nicht nur andere, sondern vor allem auch euch selbst weiter! 

PS: Solltet ihr noch Ideen für den Sunday Talk haben, dann schreibt mir gerne eine Mail an piecesofmara@gmail.com oder kontaktiert mich auf Facebook oder Instagram.

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